Historischer Abriss der Vereinsgeschichte

 

Die Wiege des heutigen Badmintons steht in Asien. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts nach England gekommen, trat es nach dem 2. Weltkrieg den Siegeszug durch Europa an. Teil des Olympischen Programms ist Badminton seit 1992. In der DDR- Terminologie mied man den Begriff „Badminton“. Man spielte Federball…! Obwohl von den Funktionären des damaligen DTSB belächelt und bewusst ignoriert (weil nicht olympisch und damit nicht medaillenträchtig!), wurde von Greifswald über Leipzig bis nach Mühlhausen „Federball“ auf durchaus beachtlichem Niveau gespielt.

 

 

 

Unbestätigten Meldungen zufolge soll es in den 1960-er Jahren in Heiligenstadt erstmals den erfolglosen Versuch gegeben haben, das heute sehr beliebte Rückschlagspiel zu etablieren. Anfang der 1990-er Jahre nach Heiligenstadt gekommen, fiel mir sehr bald auf, dass in der stark durch den Fußball dominierten sportlichen Landschaft einige interessante Farbtupfer fehlten. Da sich bis 1995 noch immer kein Sportverein anschickte, die Angebotspalette durch Badminton zu bereichern, äußerte ich im Rahmen der Jahreshauptversammlung im März 1996 die Vision, das Spiel mit dem Federball in unserer Sportgemeinschaft zu entwickeln. Die anwesende Presse nahm davon kaum Notiz. Der gleiche Versuch ein Jahr später. Die Pressemitteilungen im Sommer 1997 führten dazu, dass sich immerhin zwei Interessenten zum ersten „Termin“ einfanden. Am 2. Oktober 1997 trafen sich also in der Sporthalle „Auf den Liethen“ gewissermaßen die Gründungsmitglieder Sigrid Smolinski, Winfried Keller und meine Person.

 

 

 

Wir gingen auseinander, machten gemeinsam Werbung und so konnten wir am 9. Oktober mit beachtlichen zehn Ahnungslosen die erste Übungsstunde realisieren. Neu begrüßen konnte wir drei „Alten“ zum Beispiel die spätere erste Abteilungsleiterin Ramona Kaiser, Thomas Kaiser, Eddy Schwarz und Jochen Meyer. Nach dem Schneeballprinzip wurden wir rasch mehr, die Liethenhalle erwies sich als ungeeignet, weil zu niedrig, und so bekamen wir nach wenigen Wochen eine Trainingszeit in der Dreifelder- Halle. Fehlende Spielfeldmarkierungen mussten vor jedem Training mit Kreide auf dem Hallenboden aufgebracht werden. Ein offensichtlich überzeugendes Konzept unserer aufstrebenden Abteilung beeindruckte die Verantwortlichen der Kreisverwaltung, denn im Sommer 1999 bekamen wir bei der Neumarkierung des Hallenbodens zehn (!) Spielfelder und ein Ständerpaar. Außerdem konnten wir unsere Trainingsmöglichkeiten über 2, dann 3 auf heute 4 Übungszeiten erweitern. Begeistert von den neuen Möglichkeiten, gingen wir im Herbst 1999 an die Planung unseres 1. „Badminton-Tages“, welcher am 9. April 2000 mit mehr als 100 Teilnehmern eine sehr positive Resonanz fand. Auf  Grund ständig steigender Teilnehmerzahlen wird der „Badminton-Tag“ inzwischen an zwei kompletten Wochenenden durchgeführt.

 

 

 

Als „Entwicklungshelfer“ in Sachen Qualität unterstützten uns in der Anfangsphase sehr die Sportvereine Bernterode und Gernrode, die Sportfreunde Norbert Pohl aus Erfurt sowie Bernd Jünemann und Dietrich Tuche aus Mühlhausen. Von Beginn an waren wir darauf bedacht, mit etablierten Vereinen der Region unsere Kräfte zu messen. Mit zunächst bescheidenem Erfolg nahmen wir an Kreismeisterschaften und Turnieren teil. Sich langsam einstellende Erfolge motivierten neu und so spielt seit 5 Jahren eine Wettkampfmannschaft inzwischen recht erfolgreich im Spielbetrieb des Thüringer Badminton-Verbandes mit. Die Hobby- Spieler wollten nicht nachstehen, meldeten sich in der Saison 2006/07 für die Freizeit – Liga des Landkreises Göttingen an und gewannen! Bei den Kreisjugendspielen schneidet unser Nachwuchs seit Jahren recht erfolgreich ab. Sportliche Höhepunkte waren bisher die Medaillenränge unserer Jugend bei Landes- und Bezirksmeisterschaften (Christian Schwarz, Thomas Handtke, Sandra Handtke, Franziska Eichwald, Julia Mühlhaus). Bei unseren inzwischen mehr als 70 Mitgliedern haben wir eine Altersstruktur von 9 – 55 ; vom ambitionierten Wettkampfspieler bis zum reinen Hobby – Spieler reicht die Palette. Unsere Aktivitäten sind mit dem hier Aufgeführten nicht erschöpft. Doch dazu an anderer Stelle mehr………

 

 

 

Roland Träger